NIS2 - Projektierung

​​1. NIS2-Projektierung - regulatorische Anforderungen effizient umsetzen

generische Risikoanalyse als erster operaiver priorisierter Schritt:
Zielsetzung dieser Risikoanalyse ist es, die kritischen Gefährdungen für Netz- und Informationssysteme in Gesundheitseinrichtungen bezogen auf NIS2 zu identifizieren.

Schritt 1: Kritische Systeme identifizieren:
• KIS, RIS, PACS, LIS
• Medizingeräte mit Netzanschluss
• Backup-/Archivsysteme
• Rechenzentrum und Netzwerk-Infrastruktur
• Schnittstellen zu externen Partnern (z. B. Telematikinfrastruktur)

Schritt 2: Bedrohungen und Schwachstellen analysieren
• IT-Angriffe, menschliches Versagen, technische Ausfälle, Naturkatastrophen
• Unzureichende Zugriffssteuerung, veraltete Software

Schritt 3: Eintrittswahrscheinlichkeit und Impacts bewerten
• Kritikalitätseinstufung: niedrig / mittel / hoch / kritisch
• Visualisierung etwa über eine Risikomatrix

Schritt 4: Maßnahmen und Kontrollen definieren
• technisch: AP, DC, SIEM, MFA
• organisatorisch: ISMS, Schulungen, SOP und Verfahrensanweisungen
• strategisch: Business Continuity Management, Lieferantenmanagement

Schritt 5: Dokumentation und Nachweisführung
• Risikoregister, Maßnahmenpläne, Audits- und Prüfberichte
• Vorlagen für Nachweis gegenüber Aufsichtsbehörde (BSI und weitere)

Möglicher Maßnahmenkatalog:
• organisationsweite Kommunikation zum Vorhaben
Hintergrund und Projektierung Transparenz zum Vorhaben, Bereitstellung von Informationen an Stakeholder, Notwendigkeit der Umsetzungen regulatorisch, Sinnhaftigkeit und als Organisation
• Gap-Analyse & Risikoanalyse Vergleich Ist-/Soll-Zustand bezogen auf NIS2, ISO 27001, B3S Gesundheit. Identifikation kritischer Risiken (z. B. KIS, Medizingeräte, Netz)
• low-hanging-fruits ausmachen und angehen Klinikweit, MFA aktivieren, IT-Betriebshandbuch erstellen (NIS2-Pflichtdokument relevant), bereits vorhandene Datenschutzstrukturen (DSB, TOMs) prüfen und verfeinern
• Einführung oder Anpassung eines ISMS Aufbau eines Informationssicherheits-Managementsystems nach ISO/IEC 27001 oder B3S.
• Rollen definieren, Prozesse dokumentieren Benennung eines Informationssicherheitsbeauftragten (ISB), zentrale Ansprechperson für IT-Sicherheit und Schnittstelle zu Klinikleitung, IT, Datenschutz
• Aufbau eines IT-Risikoregisters Dokumentation aller Risiken, Verantwortlichkeiten, Maßnahmen. Wird für NIS2 und 27001 verpflichtend gefordert.
• Awareness-Programm für alle Mitarbeitenden Schulungen zu Cybergefahren, Social Engineering, Passwortmanagement, Notfallverhalten - Pflicht nach NIS2 - Richtlinien
• Incident-Response-Plan & Notfallübungen Meldeketten, Zuständigkeiten, Testszenarien für IT-Ausfall, Ransomware etc. Dokumentation & Nachweise vorbereiten.
• Netzwerksicherheit & Segmentierung prüfen Trennung von Verwaltungs-, Medizin- und Gäste-Netzen. Absicherung medizinischer Geräte (z. B. VLAN, Firewalls).
• Lieferantenmanagement mit Sicherheitsanforderungen Verträge mit externen IT-Dienstleistern & Cloud-Providern prüfen. Sicherheitsanforderungen an die Kooperationen abfragen
• Technische Basismaßnahmen absichern z. B. Patch-Management, Endpoint Protection, Multifaktor-Authentifizierung, Logging, Backup-Test. Dokumentation & Nachweiserbringung Protokolle, Schulungsnachweise, Reports, Berichte für Aufsicht / interne Audits vorbereiten (BSI-konform) Eigenmotivation
• Verantwortung für Patientensicherheit Digitale Systeme (KIS, Medizingeräte, Kommunikation/Schnittstellen) sind kritisch für die Patientenversorgung: T-Sicherheit ist Patientensicherheit!
• Sicherung des klinischen und wirtschaftlichen Betriebs Ein Cyberangriff kann die Klinik lange Zeit lahmlegen. Hier können hohe Folgekosten entstehen. Die Wiederherstellung, ein Reputationsverlust und sogar Rückzahlungen sind möglich.
• Eigenständigkeit und Risikokompetenz verbessern Proaktives Sicherheitsmanagement zeigt organisatorische Reife und Verantwortung. IT-Sicherheit ist ein wesentlicher Bestandteil des Risikomanagements der Klinik.
• Regulatorische Compliance frühzeitig angehen und erfüllen Der regulatorische Druck durch Vorgaben, Gesetze und Richtlinien wie NIS2, ISO 27001, B3S, DSGVO wächst. Die Klinik sollte nicht erst handeln, wenn Sanktionen oder Auflagen drohen, sondern frühzeitig Sicherheit schaffen und Ressourcen zur Projektierung und Umsetzung effizient nutzen.
• Kulturwandel in der Organisation und Sensibilisierung der Mitarbeiter IT-Sicherheit nicht nur als IT-Thema sondern als gemeinsame Aufgabe aller Mitarbeiter verstehen. Durch transparente und ehrliche Kommunikation, passend aufgesetzte Schulungen und aktive Einbindung aller Mitarbeiter entsteht Kohärenzsinn und Motivation.